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Die Meute am Damm
Gleich ob man zu den Menschen gehört, die Sicherheit und Beständigkeit bevorzugen oder zu denen, die immer in Bewegung sein müssen und auf der stetigen Suche nach neuen Erfahrungen Risiken in Kauf nehmen - ich denke, dass es grundsätzlich erschöpfend ist, wenn man nicht einen Ruhepol hat, an dem man die ganze Welt mal Welt sein lassen kann und einfach nur ist. Für den einen ist dies der Augenblick vor dem häuslichen Kamin bei einem schweren Glas roten Weines oder der morgendliche Spaziergang im menschenleeren, vor dem Haus gelegenen Waldstück und für andere ein Buch, dem man sich widmet oder ein Film, von dem man sich berieseln lässt. Ich glaube, ich erwähne das deshalb, weil ich eher zu denen gehöre, die immer in Bewegung sein müssen, genau wissen, wie man einen kurzen Augenblick aus der Welt heraustritt und diese Gelegenheit leider viel zu selten wahrnehmen. ![]() Da das Leben hier draußen auf der Farm auf Grund des regelmäßigen Besuches wie eine sehr bereichernde Wohngemeinschaft ist, befindet sich der Ort, an dem ich mich hin und wieder niederlasse, um mir der ganzen Situation um mich herum bewusst zu werden, draußen an einem Damm. Aber ich denke, es ist weniger der Damm als die Kombination aus diesem und der Bande, die mich dort umgibt:
![]() Der eine oder andere wird sich sicherlich an die beiden Lämmer Paul und Paula erinnern, die ich direkt zu Anfang hier aufziehen durfte und die sich mittlerweile zu Miniaturschafen entwickelt haben, wie die hier im Bild zu sehende Paula. Ebenso an die kleinen Hundebabys von Suzy, die sie mir nach drei Wochen auf Grund von Muttermilch- produktionsverweigerung überließ. Am Ende behielten wir drei der Maremma-puppies. Da sie mit den Lämmern aufgewachsen sind und wir sie zu Herdenhunden erziehen wollen und sie unglaubliche Naturtalente zu sein scheinen, haben wir die die Herde um 6 Lämmer erweitert und alle zusammen mit zwei großen Schwestern der Welpen an einen Damm gebracht, wo sie lernen sollen, die Schafe zu beschützen.
![]() Da wären zunächst von links nach rechts: Alfred, Devil, Otto und Paul. Dann noch die sich nicht zum Gruppenfoto einverstanden erklärt habende Damenriege Runner, Nameless, Paula und Angel, die Zwillingsschwester von Devil, die ihrem Bruder in seiner Gier in nichts nachsteht. Ich hatte erwähnt, dass man Lämmer auf Grund ihrer charakterlichen Entwicklung innerhalb der ersten 4 Wochen eigentlich alle Monster 1, Monster 2, Monster 3... nennen sollte?
Nun gut, dann haben wir da noch die großen Schwestern Anna (eine sehr menschenscheue aber sehr wachsame Hundedame)...
und Smallface oder manchmal auch Schmalnase, da sie für eine Maremmahündin ein äußerst schmales Gesicht hat:
Zu guter Letzt sind da die drei mittlerweile fast ausgewachsenen Welpen: Das Nesthäkchen Dawn, der während des Aufwachsens dem Begriff "Giftzwerg" eine völlig neue Bedeutung gegeben hat, Prickles und Bindie. Die letzten beiden Namen entstammen einer Klettenart und den stacheligen Samen verschiedener Grasarten hier draußen, die sich zu Hunderten im Fell der Tiere festsetzen, von denen sie aber nicht weiter beeinflusst werden. Demnächst wird die Truppe noch um die neuen Lämmer Marry (Bild), Schlumpf, Lucky, Greedy, Momo und Emma erweitert. Wobei Marry auf Grund ihres Talentes eventuell ein Hausschaf wird. Denn hin und wieder müssen Schafe über den Fluss hinter dem Haus gebracht werden. Nun ist es aber so, dass Schafe eine natürliche Abneigung gegen Brücken zu haben scheinen und sie die Angewohnheit besitzen bis zu 10 Minuten zu brauchen, bis eines mutig genug ist, die Herde anzuführen. Dieses Problem haben wir schon zweimal in Sekunden bewältigt, indem jemand Marry vor die Gruppe gesetzt hat und ich sie dann nur noch von der anderen Seite aus rufen musste. Darauf hin folgten alle Schafe umgehend der kleinen, "mutigen" Marry, die auf dem gesamten Weg folgenden Gedankengang hatte: "Stimme? Kenn ich. Essen, essen , essen, essen, essen...." Zurück zum Damm. Wenn ich zur täglichen Fütterung dort ankomme, befinden sich alle Schafe und Hunde zusammen in einem Umkreis von einem Kilometer. An richtig heißen Tagen, bewegen sie sich nur selten vom Wasser und somit vom Damm weg. In jedem Falle kommen sie alle munter mähend und bellend auf mich zugestürmt, wie hier im Bild zu sehen. Und wenn man die Kleinen aufgezogen hat, wird man mit völlig neuen und faszinierenden Erlebnissen konfrontiert: Ich kann mit den Kleinen Spazieren gehen und sie folgen mir überall hin, ob es nur eine kleine Runde um den Damm ist oder ob es ein Rundgang durch Sydney wäre - völlig egal. Aber auch das Sozialverhalten, welches unter ihnen selbst herrscht, ist nicht nur beeindruckend sondern auch hin und wieder verwirrend. Die Lammmilch trinkenden Hunde, scheinen sich manchmal für Schafe und die Trockenhundefutter mampfenden Schafe hin und wieder für Hunde zu halten. Gelegentlich versucht man auch schon mal, sich gegenseitig aufzuessen:
Schafe lästern mit Schafen über die Hunde:
Und Hunde lästern mit Schafen - na ja - über... mich?
Die dann übrigens lustig dreinschauen, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass man sie dabei erwischt hat:
Und wenn man selber mal mit den Kleinen ein paar Worte wechselt, reagieren alle unterschiedlich. Alfred lauscht aufmerksam:
Andere sind einfach nur gelangweilt:
Und Paul kann schon mal einen "wahnsinnig" interessierten Eindruck vermitteln:
Aber alles in allem kommt jeder seiner Aufgabe nach. Die Schafe grasen munter durch die Gegend, die Hunde weichen nicht von ihrer Seite und bellen alles Fremde fort. Und wenn ich mir wieder mal Zeit nehme, mich ein paar Minuten zu ihnen zu setzen, stehen alle um mich herum und bilden meinen Ruhepol.
- Wanderer
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Gleich ob man zu den Menschen gehört, die Sicherheit und Beständigkeit bevorzugen oder zu denen, die immer in Bewegung sein müssen und auf der stetigen Suche nach neuen Erfahrungen Risiken in Kauf nehmen - ich denke, dass es grundsätzlich erschöpfend ist, wenn man nicht einen Ruhepol hat, an dem man die ganze Welt mal Welt sein lassen kann und einfach nur ist. Für den einen ist dies der Augenblick vor dem häuslichen Kamin bei einem schweren Glas roten Weines oder der morgendliche Spaziergang im menschenleeren, vor dem Haus gelegenen Waldstück und für andere ein Buch, dem man sich widmet oder ein Film, von dem man sich berieseln lässt. Ich glaube, ich erwähne das deshalb, weil ich eher zu denen gehöre, die immer in Bewegung sein müssen, genau wissen, wie man einen kurzen Augenblick aus der Welt heraustritt und diese Gelegenheit leider viel zu selten wahrnehmen. 





Zurück zum Damm. Wenn ich zur täglichen Fütterung dort ankomme, befinden sich alle Schafe und Hunde zusammen in einem Umkreis von einem Kilometer. An richtig heißen Tagen, bewegen sie sich nur selten vom Wasser und somit vom Damm weg. In jedem Falle kommen sie alle munter mähend und bellend auf mich zugestürmt, wie hier im Bild zu sehen. Und wenn man die Kleinen aufgezogen hat, wird man mit völlig neuen und faszinierenden Erlebnissen konfrontiert: Ich kann mit den Kleinen Spazieren gehen und sie folgen mir überall hin, ob es nur eine kleine Runde um den Damm ist oder ob es ein Rundgang durch Sydney wäre - völlig egal. Aber auch das Sozialverhalten, welches unter ihnen selbst herrscht, ist nicht nur beeindruckend sondern auch hin und wieder verwirrend. Die Lammmilch trinkenden Hunde, scheinen sich manchmal für Schafe und die Trockenhundefutter mampfenden Schafe hin und wieder für Hunde zu halten. Gelegentlich versucht man auch schon mal, sich gegenseitig aufzuessen:





