...das Leben ist ein Netzwerk

Seraph


Obwohl unsagbar nah gewesen,
Verhüllt ihr eure Angesichter.
So saget mir, Ihr göttlich Wesen,
Ihr stimmenlosen Weltenrichter,
Ist es so grausam, ihn zu blicken?

Ihr alle kriecht in seinem Staube.
Jedoch statt daran zu ersticken,
Verzeiht, dass ich es mir erlaube,
Belügt ihr – meine Anerkennung –
Erfolgreich uns mit falscher Lehre.

Die ganze Welt, sie lebt in Trennung
Und betet, dass er wiederkehre.
Doch nicht der Glaube wird sie ändern,
Auch nicht, dass Schwingen euch bedecken.
So schwebt ihr dort in Todgewändern

Die schweigsam jedes Herz verstecken.
So weit entfernt von dieser Erde,
Nutzt ihr nur zweie noch zum Schweben,
Den Menschen blendet ihr mit Zierde
Und überlasst ihn seinen Fehden.

Mit welchem Sinn, ihr Diener Gottes,
Wollt ihr die Gunst des Herrn erschleichen;
Wenn Sie, die Seraphen des Spottes,
Die nie geseh’nen Glaubensleichen,
Nicht mal ihn anzuschau'n sich wagen?

Dort seh’ ich hassend Menschenbruten –
So leicht erscheint es Leid zu tragen –
Und zwischen all den Hoffnungsfluten,
Dem Streben nach dem Weltenwohle,
Mit Marmor, Gold verzierte Hallen.

Da lobet ihr und preist Symbole,
Verhaltet ihr euch wie Vasallen,
Die mutig ihre Augen schließen,
Ein Kreuze schlagen und dann kauern.
Doch statt euch Taten anzuschließen,

Ergötzt ihr euch an den Erbauern,
Der großen, göttlichen Gehege -
Wie Seraphen die niemals walten
Verschließt ihr euch dem wahren Wege:
Ihr selbst müsst diese Welt gestalten.





- Wanderer